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BEN

Buͤffons

Tilurgeſchichtt

der Vögel.

Aus dem Franzoͤſiſchen

mit Anmerkungen und Zusätze.

Fuͤnfter Theil.

Mit guädigſtem Privilegio.

Leipzig, bey Johann Samuel Heinſius, 1781.

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[IE A * een .

Vor Eb bericht des Grafen von Buffon.

Se arbeitete bereits über dem ſechzehnten Bande der Ausgabe in Quart von meiner Naturgeſchichte, als eine ſchwere und langwierige Krank⸗ heit, ‚seyn nahe zwey Jahr lang, meine Arbeiten unterbrach. Dieſe Verkürzung meines ohnedem ſchon bejahrten Lebens mußte auch nothwendiger Weile mein Werk abkuͤrzen; denn ich hatte in den beyden mir verloren gegangenen Jahren zwey bis drey Baͤnde von der Geſchichte der Vögel herausgeben konnen, ohne dabey meine Arbeit in der Geſchichte der Mineralien, womit ich mich ſeit vielen Jahren beſchaͤftige, aufzugeben. Ge⸗ zwungen, einen von dieſen deyden Gegenſtaͤnden zu wählen, zog ich den letz⸗ tern dem erſtern vor, weil ich, der dabey obwaltenden Schwierigkeiten unge⸗ achtet, lieber damit umgehe, und weil er der ſchoͤnen Entdeckungen und der großen Ausfichten wegen, die er uns darbietet, mehr nach meinem Geſchmack iſt. Damit ich eber den billigen Forderungen des Publikums in Anſehung meiner Voͤgelgeſchichte eine Genüge leiſten möge, ſo habe ich den Herrn Gueneau de Montbeillard, einen meiner beſten Freunde, den ich als den. jenigen Mann anſehe, deſſen Beobachtungsgeiſt, Beurtheilungskraft und Schreibart am meiſten mit der meinigen übereinſtünmt, erſucht, die Muͤhe uͤber ſich zu nehmen, und die Beſe chreibung der meiſten Voͤgel zu ent⸗ werfen. Zu dieſem Behufe habe ich alle meine Sammlungen, was No: menkiatur, Auszuͤge, Beobachtungen und den Briefwechſel betrifft, dieſem Ge⸗ lehrten eingehaͤndiget, mir aber bloß einige allgemeine Betrachtungen und eine geringe Anzahl beſonderee ſheils angefangener, theils ſchon vollendeter Aufſaͤtze vorbehalten. Es hat auch derſelbe von meinen ohne Ordnung zuſammengetra⸗ genen Materialien einen guten und geſchwinden Gebrauch gemacht, welcher das ſeinen Talenten gegebene Lob rechtfertiget. Denn da er wuͤnſchte, daß das Publikum, ohne 1550 Namen z wiſſen, uͤber ſeine Arbeiten urthei⸗ len ſollte, jo ließ er alle von ihm verfertigte Auffaͤtze, von dem Straus an bis zur Wachtel, unter meinem Namen abdrucken. Es ſchien auch gar nickt, als ob Jemand irgend eine Veraͤnderung in der Schreibart gewahr

2 gewor⸗

5

!

(2

Vorbericht des Grafen von Buͤffon.

worden waͤre; ja es finden ſich unter den Ausarbeitungen von ſeiner Hand

Aufſaͤtze, wie zum Beyſpiel der Artickel vom Pfau, welche ſowohl von dem Publikum als auch von den ſtrengſten Kritikern den lebhafteſten Beyfall er⸗ halten haben. In dem zweyten Bande der Ausgabe in Quart von der Geſchichte der Voͤgel iſt weiter nichts als die Abhandlung von der Taube, der Ringeltaube und der Turteltaube von meiner Hand; alles übrige, eis nige Seiten von der Geſchichte des Hahns ausgenommen, habe ich dem Fleiße und der Geſchicklichkeit des Herrn Montbeillards zu danken. Nach dieſer ſo gerechten als nothwendigen Erklaͤrung muß ich noch erinnern, daß in der Folge der Voͤgelgeſchichte ſowohl, als auch vielleicht in der Geſchichte der Pflanzen, in welcher ich auch bereits vorgearbeitet habe, jeder von uns, ſowohl Herr Montbeillard als ich, feinen Namen unter die von ihm ver⸗ fertigte Abhandlung ſetzen wird, fo wie es von mir und dem Herrn Dau⸗ benton in der Geſchichte der vierfuͤßigen Thiere ehedem geſchehen iſt. Man koͤmmt mit ſolchen Gehuͤlfen ohnſtreitig weiter; allein das Feld der Natur iſt von einem ſo großen Umfange, daß es ſich nach jedem gethanen Schritte immer mehr zu erweitern ſcheint, und das Leben eines, zweyer oder dreyer Menſchen iſt in Vergleichung mit dieſem unermeßlichen Umfange fo kurz,

daß man einſehen muß, wie man in ſo kurzer Zeit unmöglich weiter kom⸗

men koͤnne.

Ueberdieſes bin ich fo glücklich) geweſen, daß der Ritter James Bruce de Kinnaird, der von ſeiner Reiſe aus Nubien und dem innern Abyſſinien zuruͤckkam, und ſich einige Tage bey mir aufhielt, verſchiedenes von den auf feiner fo beſchwerlichen als gefährlichen Reiſe gemachten Beobachtun⸗ gen mir auf eine freywillige und edle Art mitgetheilt hat. Ich wurde in die groͤßte Verwunderung geſetzt, da ich die unzaͤhlige Menge der von ihm ſelbſt verfertigten und ausgemalten Zeichnungen durchſahe; er hat die Thiere, Voͤgel, Fiſche, Pflanzen, Gebaͤude, Monumente, Kleidertrachten, Waf⸗ fen u. ſ. w. verſchiedener Voͤlker, mit einem Worte, alle unſerer Kenntniß wuͤrdigen Gegenſtaͤnde vortreff ich beſchrieben und abgebildet: nichts ſcheint feiner Aufmerkſamkeit entgangen zu ſeyn, und feine Talente haben ſich alles eigen gemacht. Ich wuͤnſche nur dieſes koſtbare Werk bald genießen zu koͤnnen, fuͤr deſſen Bekanntmachung die engliſche Regierung ohnſtreitig ſor⸗ gen wird. Dieſe wuͤrdige Nation, die in Entdeckungen andern Voͤlkern

2

Vorbericht des Grafen von Buͤffon.

fo ſehr zuborkoͤmmt, kann ihre Ehre durch die Mittheilung der Bemerkun⸗ gen dieſes vortrefflichen Reiſenden noch weiter ausbreiten, eines Mannes, der nicht bloß bey einer richtigen Beſchreibung der Natur ſtehen geblieben iſt, ſondern auch ſehr wichtige Beobachtungen über den Anbau verſchie⸗ dener Getraidearten, Über die Befchiffung des rothen Meeres, uͤber den Lauf des Nils, von ſeiner Muͤndung bis zuruͤck an ſeine Quellen, welche er zuerſt entdeckt hat, und uͤber verſchiedene andere Gegenſtaͤnde der Geo: graphie und Dinge, welche auf die Handlung und den Ackerbau einen groß ſen Einfluß haben koͤnnen, geliefert hat. Leider ſind dieſe letztgenannten großen Kuͤnſte bey uns noch wenig bekannt, und noch wenig ausgebildet, ohnerachtet von ihnen das Uebergewicht einer Nation fuͤr der andern abhaͤngt,

und beſtaͤndig abhängen wird ).

*) Wir würden von der in den vorherge⸗ henden Baͤnden getroffenen Einrichtung die⸗ ſer Ueberſetzung, welche vor uns Herr D. Oehme beſorgt hat, nicht abgegangen ſeyn, wenn nicht beynahe die Haͤlfte des ſechſten Bandes der franzoͤſiſchen Ausgabe in Duo⸗ dez mit einem langen Regiſter über alle vor⸗ hergehenden Theile der Voͤgelgeſchichte er⸗ füllt wäre; welches unſere Leſer ganz fug⸗ lich entbehren koͤnnen, weil jeder Band die: ſer Ueberſetzung bereits mit ſeinem eigenen Re⸗ giſter verſehen iſt. Wir entſchloſſen uns da⸗ her, einen Theil des ſechſten Bandes der er⸗ wähnten franzoͤſiſchen Ausgabe dieſem un⸗ ſerm fünften Bande einzuverleiben, und die

Geſchichte der Amſeln, einiger zu der Gra⸗ cula des Linne“ gehörige Arten und des Sei⸗ denſchwanzes hier mit einzurücken, zu⸗ mal da alle die bis dahin gehenden Beſchrei⸗ bungen den Herrn Gueneau de Mont⸗ beillard zum Verfaſſer haben, auch die Aehnlichkeit der Droſſeln und Amſeln ſo groß iſt, daß ſie ſich nicht wohl von einan⸗ der trennen laſſen. Der naͤchſt folgende Band wird alſo mit der Geſchichte des Kernbeiſſers anfangen, und das Rückſtaͤn⸗ dige von dem ſechſten und den ganzen ſiebenten Band der frauzoͤſiſchen Duodez⸗

ausgabe enthalten. f f Der Ueberſetzer,

3 Verzeich⸗

| Verzeichniß

der in dem fünften Bande beſchriebenen Voͤgel.

g Das Rabengeſchlecht. Die Steinkrabe Taf. 1. nach Buͤffen ©. 3 Der gehaͤubte Coracias oder der Eremit 8

Der Rabe Taf. 2. nach Buͤſſon 11 Der indigniſche Rabe des Vontius, 30

Die Kraͤhen.

Die ſchwarze Kraͤhe Taf. 3. nach Buͤffon 34

Die Saarkraͤhe Taf 4 nach §riſch 41 Die Nebelkraͤhe Taf. 5. Jig. 1. nach Buͤffon 45 remde mit den Kraͤhen verwandte N Vögel. 3 1) Die ſenegalliſche Krahe 2) Die jamaikaniſche Kraͤhe Das Dohlengeſchlecht.

50 50

Die graue Dohle Taf. 6. F. 1 nach Buͤffon 5

* Die daupiſche Dohle 5 Die Bergdohle Taf. 6. Fig. 2. nach Buͤffon 57 Sremde mit den Dohlen verwandte

\ Dögel. ,

1) Die Bartdohle 50 2) Die kahle Dohle 60 3) Die neuguineiſche Dehle 60 4) Der neuguineiſche Choucari 61 5 Der kayenniſche Kahlhals 62 6) Der philippiniſche Baltcaſſio 63

e.

Die Aelſter Taf. 5. ig 2. nach Buffon 64 Sremde mit der lelſter verwandte

Vögel.

1) Die ſenegallicche Aelſter 72 2) Die jamatkanſſche Aelſter 73 3) Die antiliſche Aelſter 75 4) Der Hocſſang 78 5) Die Vardiole 78 6) Der Dane 79

= 7) Die dauriſche Aelſter 8⁰ Der Nußheher Taf. 7. nach Sriſch 80

Fremde mit dem Nußheher verwandte Vögel. ) Der thineſiſche rothſchnaͤblichteRußheher 8

1) Der abyſſiniſche Birkheher

2) Der perupianiſche Nußheher

8 87 3) Del braune kanadiſche Nußheher 88

4, Der fibiriſche Nußheher 39 5) Der weißgehaͤubte kayenniſcheRußheher go 6) Der gelbbauchigte kayenniſcheg ußheher gi 7) Der blaue nordamerikaniſche Nuß beher 92 Der Tanneuheher oder Nußbrecher Taf. 8.

Fig. 2. nach Sriſch

18. 8 ' 3 Die Birfheber (Les Rolliers) 9 Der chineſiſche Heher g 99 Der kayenniſche Heher 100

Die Mandelkraͤhe Taf. 8. J 2. nach Sriſch 101

Fremde mit der Mandelkraͤhe ver⸗ wandte Dögel.

107 2) Der Birkheher von Angola und der Cult,

oder der Birkheher von Mindanao 168 3) Der indianiſche Birkheher 110 4) Der madagaskgariſche Birkheher Taf. 9.

nach Buͤffon 111

5) Der mexikaniſche Birkheher 111

6) Der dem Paradiesvogel ahnliche Birke

heher 1 112

= 7) Die aͤthiopiſche Doble 113 * 8) Der gelehrige Birkheher (Coracias do- cilis, Cmoelin.) 113

Die Paradiesvogel. 5

1) Der große Paradiesvogel Taf. 10. nach

Buͤffon 114

2) Der kleine Paradiesvogel oder der Koͤnig

der Paradies voͤgel Taf. f. nach Buͤffon

7 e * * 122 5) = prachtige neuguineiſche Paradies vo⸗

15 15 EA 4) Der ſchwarze Paradiesvogel mit violet⸗ 8 Kehle 5) Der Paradiesvogel mit ſechs Fäden 6) Der ſtahlfaͤrbige Paradiesvogel Der Ochſenhacker Buͤffon

1

127 12 Taf. 12. Fig. . nach 130

Der

Verzeichniß der im V. Bande beſchriebenen Vögel,

Der Staar Taf 12. Fig. 2 nach Buͤſfen 132

Sremde Voͤgel, die mit dem Stsar in Verwandſchaft ſtehen.

1) Der kapſche Staar, oder der Aelſterſtaar

142

2) Der luiſianiſche Staar 144 3) Der Telcana 145 2 Der Cacaſtol 10

5) Der Pimalot 147 6) Der mageflaniſche Staar, ober der Staar

mit dem weiſſen Streifen 147 Die Troupialen.

Die Troupiale Taf. 13. nach e 152 Der Acolchi des Seba 154 Der Begenſchwanz 154 Der Japacaui 155 Der Kochitol und Coſtstol 157 Der Tokolin 158 Der Acolchichi oder Commenthur 159 Die ſchwarze Troupiale 163 Die kleine ſchwarze Troupiale 154

Die Troupiale mit ſchwarzem Scheitel 164

Die gefleckte kayenniſche Zroupiale

165 Die olivenfaͤrbige kayenniſche Troupiale

166

„Die rothe Troupiale von Antigua 162

*Die gelde Troupiale von Antigua 162 Der Capmpre 168 Der Pfeifer 170 Der Baltimore 171 Der unächte Baltimore 172 Der Japu 173 Der Jupuba 175 Der grüne kayenniſche Caſſique 176

Der gehaͤubte kayenniſche Caſſique oder Ci. tronenvogel

Der luiſianiſche Caſſique

Die Piſanadroſſel 1

Der kleine kayenniſche gelbe Carouge 181

Der gelbkoͤpfigte Carouge N 183 let Ipnißbe olnenfarünp enge 184 Der Kink 185

Der Pyrol oder Widewall Taf 14. nach 9799

Abaͤnderun en des Pyrols. 1) Der Culavan 5 5

192 2) Der chineſiſche Pyrol 16 3) Der indianiſche Pyrol 194 Der geſtreifte Pyrol 194

Die einſame Amſel

Die Droſſeln

Die Weißdroſſel Taf. 15. Fig. 1. nach sche

Sremde mit der Weißdroſſel er wandte Dögel. 1) Die guianiſche Droſſel 210 2) Die kleine amerikaniſche Droſſel 211 Die Bruchdroſſel Taf. 16. nach Büffon 213 Die Miſteldroſſel oder Schnaͤrre Taf. 85 Fig. 1. nach Sriſch 215 Der Ziemer oder Krammets vogel Taf. ex Fig. 2. nach Sriſch

Sremde mit dem 3 Ziemer e

„Boge 1) Der kayenniſche Ziemer 224 2) Der kanadiſche Ziemer 225

Die Rothdroſſel Taf. 15: Fig. 2. nach Seife

Sremde Dögel, die mit den Droſſeln Erg Amſeln in Verwandſchaft ſtehen. f 1) Die kurzbeinigte Droſſel aus der 2 ea

2) Der Tilly, oder die aſchfaͤrbige enen niſche Droſſel

3) Die kleine philippiniſche Droſſel 35 2) Der chineſiſche Hoamy 232 5) Die kleine domingiſche Droſſel 233

6) Die kleine chineſiſche gehaͤubte Amſel 235 8 Spottdroſſeln

235 Die Spottdroſſel der Franzoſen 237 Die eigentliche Spottdroſſel 238

Die ſchwarze Amſel Taf. 18 Fig, 1. 5

Stift 9

Die ue oder Bergamſel Taf. 185

Fig. 2 2. nach Sriſch 249 Die ſeleuciſche Droſſel des Sorskäbls 251 Die rothhalſig e Droſſel des Pallas 255 *) Die ſibiriſche Droſſel des Pallas 255 Die roſenf rbige Amſel Taf. 19. Fig. 2. 259 Buͤffon Die Steinamſel J. 19 F. 2 nach Buffon = Die Blauamſel Taf. 20, Fig. 1. nach Buͤffon 261 263 Sremde mit der einfamen Amſel ver; wandte Regel. 1) Die einfame manilliſche Amsel 255 2) Die einſame philippiniſche Amſel 257

Fremde

Verzeichuiß der im v. Bande beſchriebenen Voͤgel.

| Fremde mit den europaͤiſchen Amſeln verwandte Voͤgel 2 1) Die gelbe und ſchwarze afrikaniſche er el

2) Die gehaͤubte chineſiſche Anfel 269 3) Der ſenegalliſche Podobe 269 4) Die chineſiſche Amſel 5) Die goldgruͤne oder langſchwaͤnzigte ſene⸗

alliſche Amſel 8 270 6) Die amerikaniſche Ringelamſel 271 7) Die angoliſche gruͤne Amſel 272 8) Die violette guineiſche Amſel 273 9) Die ceyloniſche Amſel mit ſchwarzem

Bruſtſchilde 5 274 10) e Amſel mit orangenfar⸗

bigem Bauche 276 Spielart dieſer Amſel 276 11) Die braune kapſche Amſel 277

12) Der bengaliſche Baniahbu

2

277 13) Die aſchfaͤrbige madagaskariſche Amſel

278

14) Die grüne philippiniſche Amſel, oder die

Amſel der Taubenſchlaͤge 278 15) Die olivenfaͤrbige kapſche Amſel 27

16) Die ſchwarzkehligte domingiſche Amſel

280 Die kanadiſche Amſel 281 a Die olivenfarbene indianiſche Amſel 281 19) Die aſchfaͤrbige indianiſche Amſel 282 20) Die braune ſenegalliſche Amſel 282 21) Der Tanaombe', oder die madagaskari⸗ ſche Amſel f 283 22) Die Amſel von Mindanao 284 23) Die gruͤne Amſel von der Isle de France

284

Die ſchwarzkspfigte kapſche Amſel 285 25 Die braͤunlichte kapſche Amſel 286 26) Die braune jamaikaniſche Amſel 287 27) Die kayenniſche Amſel mit der Halsbinde

a 287

28) Die gehaͤubte kapſche Amſel 288 20) Die amboiniſche Aunſel 289 30) Die bourboniſche Amſel 289 31) Die philippiniſche Amel 290

32) Die grüne karoliniſche Amſel 33) Der Terat⸗Boulan, oder die indianiſche Amſel N 291 34) Der Saui: Sala, oder die madagaska⸗ riſche Goldamſel 292 35) Die furinamifche Amſel 292 36) Die Palmenamſel . 293 37) Die violette weißbaͤuchigte afrikaniſche Amſel⸗ 5 79829 38) Die rothe kayenniſche Amſel 294 39) Die kleine braune kayenniſche Amſel mit roſtfaͤrbiger Kehle 295 40) Die olivenfarbene domingiſche Amſel 295 41) Die olivenfarbene Amſel aus der Bar- barey 296 42) Der Moloxita, oder die abyſſ niſche Nonne = > 1,207 = Die ſchwarze und weiſſe abyſſiniſche Yınz A

8 2 44) Die braune abyſſtniſche Amel 298 Der kayenniſche Gräuling 298 Der kochinchineſiſche Gruͤnling 299 Der Blaͤuling 300: Die Breven 300

1) Die philippinifche Breve 301

2) Die kurzgeſchwaͤnzte oſtindiſche Aelſter des Edwards 302

3) Die bengaliſche Breve 302

4) Die madagaskariſche Breve 302

Der Mino, oder der oſtindiſche Mainate Taf. 21 nach Buͤffoenn

0

1) Der Mainate des Briſſons ER 2) Der Mainate des Bontius 304 3) Der kleine Mino des Edwards 305 4) Der große Mino des Edwards 305 Der Kahlbacken 306 Der Martin 307 Der Stinkvogel 311

= Die aͤgyptiſche Dohle 312

* Die dauriſche Gracula 312 Die langſchnaͤblichte Gracule 313 Der Seidenſchwanz Taf. 20. Fig. 2. nach

Sriſch 313 Spielart deſſelben Ei

Buͤffons

*

Bu ff ons Nalurgeſchichte der Vogel.

155

Das Rabengeſchlecht

[—

Die Steinkraͤhe (Le Crave ou le

Coracias).) )

Siehe die 22 fte illuminirte und unſere erſte Kupfertafel.

inige Schriftſteller haben zwar dieſen Vogel mit der Bergdohle, die man ge meiniglich die Dohle der Alpen (Choucas des alpes oder Choquard)

nennt, verwechſelt: es iſt aber doch der erſtere von der letztern, ſowohl

durch feine Verhaͤltniſſe im Ganzen **), als auch durch die Ausmeſſungen, A {

) Nach Belon heißt fie in der Picardie Crave. Griechiſch Kogazlas; neugriechiſch Scurapola. Latein. Auis incendiaria nach Cambden. Ital. Spelviero, Taccola, Ta- tula, Pazon, Zorl, Cutta. Sranz. Chouet- te, Choucas rouge. Im Walliſerland Cho- quard, Cliouette. Deutſch Steintahe, Steindohle, Steinkrahe. Engl. Corniſh chough, Cornwall Kae, Killegrew. Ver⸗ gleicht man dieſe verſchiedenen Namen mit den Namen der Berg- oder Alpendohle (Chocard ou Choucas des Alpes), ſo wird man finden, daß die letztere eben die Benen⸗ nungen hat. Der Grund biervon iſt der Irrthum, daß man dieſe benden Arten fir eine einzige anaefehen hat. Es iſt dieſes der Coracia des Briſſon, Tom. II. p. 3.

1) Coruus graculus, violaceo- nigricans roftro pedibusque luteis Linn. Syſt. Nat. edit. XII. p. 158.8 18. Die Schweizer⸗

Naturgeſch. Erſtes Jahr. S. 41.

Ge⸗ 2 ſtalt

kraͤhe, P. C. St Müller Ueberſ des Linn. Syſt. Th. 2. S. 181. Der Feuerrabe, lat. Gracula Pyrihocorax, der ſchwarze Wie⸗ dehopf mit rothem Schnabel und Fuͤßen, Scopoli durch Guͤnther Bemerk. aus der Schwarzer Geiſt mit feurigen Augen. Co- racias. Kleins Hiſt. der Vogel d. Gottf.

Reyger. S. 58, The red legged Crow,

Tb. Pennant Britiſh Zool. Warringt. 1776. Vol. 1. Pl. XXXV. no. 80. pag. 228.— The corniſh Chough, Albin. II. no. 24. Monedula pytrhocorax, Haſſel q uiſt itin. 238. The Killegrew, Charleton ex. 75. Cornwall - Kae. Borlafe Nat hift. of Cornw, 249. tab. 24. Camden Vo]. I. 14. A. d. Ueberſ.

**) Der auf der illuminirten Kupferta⸗ fel angenommene Maaßſtab iſt beynahe um die Halfte größer, als er ſeyn ſoll. ö

4 Hiſtorie der Natur.

ſtalk und Farbe des Schnabels, welcher länger, dünner, mehr gebogen, und von einer rothen Farbe iſt, ſehr auszeichnend verſchieden. Ueberdieſes hat er noch einen kuͤrzern Schwanz, und laͤngere Fluͤgel, daher er auch natuͤrlicher Weiſe ſich im Fluge hoͤher ſchwingen kann. Ferner bemerket man an ihm, daß ſeine Augen mit einem kleinen rothen Kreis umgeben ſind. 8

Es iſt wahr, die Steinkraͤhe naͤhert ſich der Bergdohle in Anſehung ihrer Farbe und einiger Naturtriebe. Denn beyde haben ein ſchwarzes Gefieder, das einen gruͤnen, blauen und purpurrothen Wiederſchein, welcher auf dieſem dunkeln Grunde vortrefflich ſpielet, von ſich wirft; es halten ſich auch beyde auf den Gi⸗ pfeln der hoͤchſten Berge auf, und laſſen ſich ſelten auf die Ebene herab. Allein es findet doch der Unterſchied zwiſchen ihnen ſtatt, daß der erſtere Vogel in mehrern Landern vorhanden zu ſeyn ſcheint, als der letztere.

Die Steinkraͤhe hat einen ſchoͤnen ſchlanken Wuchs, und ein lebhaftes, unruhi⸗ ges und ungeſtuͤmes Naturell, demohngeachtet laͤßt ſie ſich doch bis auf einen ge⸗ wiſſen Punkt zahm machen. Anfaͤnglich fuͤttert man dieſelbe mit einer Art von Teige, welcher aus Milch, Brod, Körnern u. fi w. bereitet wird; in der Folge aber gewoͤhnet fie ſich an alle unſere gewöhnlichen Speiſen.

Aldrovand ſah zu Bologna in Italien eine Steinkraͤhe, welche die beſondere Gewohnheit hatte, daß fie die Fenſterſcheiben von außen nach innen zu zerbrach, als ob fie ſich dadurch einen Weg in die Haͤuſer bahnen wollte ); eine Gewohnheit, die ohnſtreitig von dem naͤmlichen Naturtrieb herkommt, welcher die Kraͤhen, Aelſtern und Dohlen antreibt, metallenen oder andern glaͤnzenden Koͤrpern nachzugehen. Denn die Steinkraͤhe wird eben fe, wie jene Voͤgel, durch glänzende Dinge herbey⸗ gelocket, und ſucht auch ihrer habhaft zu werden. Man hat ſogar geſehen, daß die⸗ ſelbe brennende Stuͤcken Holz vom Feuerheerde geraubt, und dadurch Haͤuſer in den Brand geſteckt hat, ſo daß dieſer Vogel außer ſeinen Diebereyen noch Hand⸗ lungen eines Mordbrenners veruͤbt. Aber man koͤnnte, wie mich duͤnkt, dieſe uͤbel angebrachte Geſchicklichkeit zu ſeinem eignen Nachtheil anwenden, wenn man ihn mit Spiegeln in die Schlingen lockte, wie es beym Lerchenfang zu geſchehen pfleget.

g Salerne ſagt, er habe in Paris zwo Steinkraͤhen geſehen, welche mit den Haustauben in gutem Verſtaͤndniſſe lebten; allein er hatte wahrſcheinlicher Weiſe we⸗ der Gesners wilden Raben geſehen, noch die Beſchreibung, die dieſer Verfaſſer da⸗ von giebt, geleſen, weil er dem Bay nachſagt, daß er in allen Stuͤcken, ausgenom⸗ men in der Groͤße, mit der Steinkraͤhe *) uͤbereinkaͤme. Es mochte nun derſelbe entweder unter dem Namen des Coracias, von demjenigen Vogel reden, von welchem wir hier handeln; oder unſern Choguard, oder den Pyrrhocorax des Plinius

8 darunter

4 Aldrovand, Ornitholog. Tom. I. pag. **) Hiftoire naturelle des Oifeaux, pag. gı, 766. Briſſin Ornithol. Tom. II. pag. 3. Ray Synopfis auium, pag. 40.

Da

Die Steinkraͤhe. | 7

darunter verſtehen; denn der Choquard iſt gaͤnzlich davon verſchieden, und Gesner, welcher ſowohl unſern Coracias als feinen wilden Raben geſehen hatte, verwechſelt dieſe bey⸗ den Arten keinesweges nut einander. Deeſer Verfaſſer wußte wohl, daß der Pyrrhocorax durch ſeine Kuppe, den Wuchs, die Geſtalt und Laͤnge den Schnabels, durch ſeinen kurzen Schwanz, durch den Geſchmack des Fleiſches, wenigſtens ſeiner Jungen, von der Steinkraͤhe verſchieden ſey. Außerdem ſchreyt er, wie Gesner bemerkt, nicht ſo ſehr, iſt unruhiger, und veraͤndert ordentlicher als jener zu gewiſſen Jahreszeiten feinen Aufenthalt“); anderer Verſchiedenheiten zu geſchweigen, die ihn von jedem dieſer beyden Voͤgel beſonders unterſcheiden.

Die Steinkraͤhe giebt ein rauhes Geſchrey von ſich, welches jedoch nicht ganz unangenehm iſt, und dem Geſchrey der Meeraͤlſter fehr gleichet ). Sie läßt es faſt unaufhoͤrlich erſchallen, und daher macht Glina die Bemerkung, daß man die⸗ fon Vogel nicht feiner Stimme, ſondern vielmehr feines ſchoͤnen Gefieders wegen auf ziehet *). Es behaupten aber doch Belon t) und die Verfaſſer der . Soologie ft), daß er Worte ausfprechen lernet.

Das Weibchen legt vier oder fuͤnf Eyer von einer weiſſen Farbe mit ſchmutzig gelben Flecken. Sie bauet ihr Neft hoch auf alte oͤde Thuͤrme und ſteile Felſen, je⸗ doch nicht ohne allen Unterſchied; denn dieſe Voͤgel ziehen, wie Edwards bemerkt, die Felſen der weſtlichen Kuͤſte von England den an der mittaͤgigen und oͤſtlichen Seite gelegenen Felſen vor, ob gleich jene faſt, eben die Lage und Ausſicht hat, wie dieſe haben.

Eine andere Bemerkung, die ich einem glaubwuͤrdigen Beobachter zu danken habe tt), iſt, daß dieſe Voͤgel, ob fie ſich gleich auf den Alpen, und den Bergen der Schweiz und Auvergne u. ſ. w. aufhalten, dennoch weder auf dem Gebirge von Bugey, noch in der ganzen Reihe von Bergen, welche an den Graͤnzen von Ger bis Genf gehen, ſich ſehen laſſen. Belon hatte fie zuvoͤrderſt auf dem Berge Jura in der Schweitz, hernach aber auch auf der Inſel Creta geſehen, und zwar allemal auf dem Gipfel der Felſen ff). Inzwiſchen verſichert doch Haſſelquiſt ), daß ſie auch nach Aegypten fliegen, und ſich 26 um die Zeit ausbreiten, wo der

A 3 das

che i piedi che fon gialli, viem dalle mon-

* Aduentant initio veris eodem tempo- Latinamente dicefi: Coracias.

Que.

re ch Ciconiae . Primae omnium quod ſeiam auolant circa initium Juli etc. Gesner de auibus, pag. 352.

==) Der Schall dieſes Gesche eyes klingt wie Dſchah, Dſchah, woher auch die engli⸗ ſche Benennung Chough entſtanden iſt.

A. d. Ueberſ.

.) La Cutta del becco roſſo, che &

del reſto tutta nera come: cornachia, fuor

tagne. fta non parla, ma ſolo fi tiene per bellezza, Uccelleria fol. 35.

+) Nature des Oifeaux p. 287.

TH Pag. 84.

ru) Herr Hebert außerordentlicher Kriegsſchatzmeiſter zu Dijon.

Tft) Nature des Oiſeauxs p. 287. et Ob- ſervations fol. II. verfo..

„) Reiſe nach Aegypten, pag. 240,

% | Hiſtorie der Natur.

das Länd uͤberſtroͤmende Nil wieder in ſeine Ufer zuruͤckzutreten pflegt. Haͤlt man

dieſe Nachricht, welche doch mit demjenigen, was uns übrigens von der Natur dieſer

Voͤgel bekannt iſt, keinesweges uͤbereinkoͤmmt, fuͤr gegruͤndet: fo muß man vorausſetzen, daß ſie nach Aegypten durch einen Ueberfluß an Nahrung gezogen werden, welcher

auch in der That in einem fetten und fruchtbaren Lande zu derjenigen Zeit vorhanden

iſt, wo es nach einer Ueberſchwemmung den mächtigen Einfluß der Sonnenſtrahlen empfaͤngt. Und dieſes wird dadurch um fo viel wahrſcheinlicher, weil die Steinkräz

hen ſich von Inſekten naͤhren, und Körner genießen, die bald nach ihrer Aus ſaat

durch die erſte Vegetation erweicht worden ſind. 8

Das Reſultat dieſer Bemerkungen iſt, daß dieſe Voͤgel ſich auf den Spitzen der Berge und Felſen nicht unumgaͤnglich nothwendig aufhalten muͤſſen, weil verſchiedene davon zu gewiſſen Jahreszeiten ordentlicher Weiſe das tlefliegende Aegy⸗ pten beſuchen. Ferner, daß ſie nicht ohne Unterſchied die Gipfel aller Berge und Felſen zu ihrem Aufenthalt waͤhlen, ſondern vielmehr einige andern vorziehen, und dieſes nicht ſowohl in Anſehung ihrer Hoͤhe oder Lage, ſondern gewiſſer Umſtaͤnde we⸗ gen, welche von den Beobachtern bisher noch nicht entdeckt worden find.

Es iſt wahrſcheinlich, daß der Coracias des Ariſtoteles “) unſere Steinkraͤhe und nicht der Pyrrhocorar des Plinius it; denn ſie iſt von dem letztern in Anſehung ihrer Groͤße, ſo wie auch in der Farbe ihres Schnabels, welche bey dem Pyrrhocorax gelb iſt, verſchieden ). Uebrigens konnte die Steinkraͤhe mit rothem Schnabel und rothen Fuͤßen, welche Belon ***) auf den kretiſchen Bergen geſehen hatte, eher dem Ariſtoteles bekannt ſeyn, als der Pyrrhocorax, welcher von den Alten fuͤr einen eigentlichen Bewohner der Alpen gehalten wurde, und den auch Belon in Grie⸗ chenland wirklich nicht geſehen hat.

Indeſſen muß ich doch geſtehen, daß, da Ariſtoteles ſeinen Coracias unter die Dohlen rechnet, fo wie wir den Pyrrhocorar des Plintus unter eben dieſe Art ſetzen, es den Anſchein hat, als ob dieſe beyden Arten, wo nicht eine und eben dieſelbe, doch wenigſtens ſehr nahe mit einander verwandte Arten ſind. Da ich aber finde, daß Ariſtoteles in eben dem Abſchnitte einen Vogel mit Schwimmfuͤßen unter die Dohlen rechnet, fo iſt es klar, daß dieſer Philoſoph Voͤgel von einer ganz verſchiedenen Natur mit ein⸗ | ander vermengt, oder vielmehr, daß diefe Verwirrung aus einem Fehler der Abſchrei— ber entſprungen iſt. Man muß ſich alſo von einem wahrſcheinlicher Weiſe verfaͤlſch— ten Texte nicht hinreißen laſſen, um die Gleichheit der Arten dadurch feſt zu ſetzen, ſondern es iſt allemal ſicherer, wenn man aus den wahren Kennzeichen von jeder Art dieſe Analogie beſtimmt. Außerdem iſt der Name Pyrrhocorax, welcher gaͤnzlich aus der griechiſchen Sprache abſtammt, in den Werken des Ariſtoteles gar nicht

- 6 * befindlich,

) Hiſtoria animalium Libr. IX. cap. 24. te) Obſervations, fol, II. verſo. , Luteo roſtro. Plinius Lib. X. cap. 48. J

Die Steinkraͤhe: 7 befindlich, und Plinius, dem dieſe Werke ſehr wohl bekannt waren, hatte keinen Vogel unter dieſem Namen darinnen gefunden. Er ſagt in feiner Beſchreibung von dem Pyrrhororax auch nichts von dem, was der griechiſche Philoſoph von dem Coracias ge⸗ ſagt hat; eine Sache, von der man ſich leicht überzeugen kann, wenn man beyde Stellen mit einander vergleicht. b

Der Vogel, den die Verfaſſer der brittiſchen Zoologie beobachtet haben,, und welcher wirklich eine Steinkraͤhe war, wog dreyzehn Unzen, hatte ohngefaͤhr drittehalb Fuß Flügelbreite, eine etwas geſpaltene und eben fo lange Zunge als der Schnabel war, und ſchwarze, ſtarke und gekruͤmmte Krallen ).

Gerini erwähnt einer Steinkraͤhe mit ſchwarzem Schnabel und ſchwarzen Füß- ſen; er haͤlt dieſelbe fuͤr eine Abaͤnderung des in dieſem Abſchnitt beſchriebenen Vogels, oder fuͤr die naͤmliche Art, welche in Anſehung ihres Alters, Geſchlechts u. ſ. w. zu⸗ fuͤliger Weiſe eine Veraͤnderung der Farbe erlitten hat ), 5

Zuſaͤtze zur Geſchichte der Steinkraͤhe.

So ſehr auch die Steinkraͤhe von der Bergdohle ſich in Ruͤckſicht auf das Ganze: ihrer Struktur unterſcheidet, ſo ſehr ſind doch dieſe Voͤgel mit einander ver⸗ wechſelt worden, weil man bey ihrer Beſtimmung auf Theile ſah, deren Farben mancherley Abaͤnderungen unterworfen ſind. Nach Pennant ) ſind die Fuͤße und der Schnabel der Steinkraͤhe von einer Orangenfarbe, die ins Rothe faͤllt; und Scopoli ſagt, daß einige im Herbſte ſchwarze Füße bekommen. Dieſe Voͤgel hal⸗ ten ſich auch in Cornwall, Flintſhire, Caernarvonſhire und Angleſea an den Sees kuͤſten, auch in verſchiedenen Gegenden in Schottland auf. Zuweilen verlaſſen fie: den Ort ihres Aufenthalts auf acht bis zehn Tage, und dieſes geſchieht verfchiedene- male des Jahres. Es ſind ſehr zaͤrtliche Voͤgel, und eine ſtrenge Witterung fälle ihnen: unertraͤglich. Dasjenige Subject, welches Scopoli *) beſchreibt, war ihm aus: Oberkaͤrnthen zugeſchickt worden; die erſtern zwey Einſchnitte an den Beinen waren doppelt ſo groß, als die uͤbrigen. Nach der zwehten Heuaͤrndte kommen ſie dafelbft: haufenweiſe auf die niedrigen Wieſen, und verzehren die Heuſchrecken; ſie freſſen auch nn Wachholderbeeren. Wenn ſie ſich in die Höhe ſchwingen, fo iſt ihr Flug wir⸗ belfoͤrmig. Hierher ſcheint auch derjenige Vogel zu gehoͤren, deſſen Sam. Gottl. Gmelin (im dritten Theil ſeiner Beiſe durch Rußland S. 365.) erwaͤhnet. Er 5 ganz { ſchwarz,

) Britifh Zoolögy, p. 84; *) Pennant Britifh Zoolog y, am angef.

Orte * Stor.a:deglijUecelli Tom. II. p. 38. 9 Scopoli durch Guͤnther, am angef. te,

8 Hiſtorie der Natur.

ſchwarz, hat die Geſtalt einer Dohle, und Schnabel und Fuͤße find von zinnober⸗ rother Farbe. Dieſer Naturforſcher hat ohnſtreitig den Namen Coruus doctis unter die 39ſte Kupfertafel deswegen ſetzen laſſen, weil er leicht zahm zu machen iſt. Indeſſen weicht doch Gmelins Vogel von der Steinkraͤhe, welche ſehr ſchlank iſt, darinnen ab, daß er etwas größer, und noch dicker als die gewöhnliche Kraͤhe iſt; auch feine Flügel ger hen wenigſtens in der Figur nicht weit uͤber den Anfang des Schwanzes. Uebrigens ſind ſeine Fuͤße ebenfalls ſehr ſtark, und der Schnabel lang und etwas krumm gebo— gen. Es ſcheinet daher dieſes der naͤmliche Vogel, oder eine Spielart deſſelben zu ſeyn. Er iſt in Perſien zu Hauſe, und heißt daſelbſt Sauch.

——

Der gehaͤubte Coracias oder der Eremit (Le Coracias huppè ou le Son- neur). ) )

ges behalte den franzoͤſiſchen Namen *), den einige Schriftſteller dieſem Vogel

gegeben haben, wegen der Gleichheit bey, die fie zwiſchen feiner Stimme

und dem Ton der kleinen Gloͤckchen, welche dem Hornvieh an den Hals ge⸗ bunden werden, gefunden haben.

Dieſer Vogel iſt von der Größe eines Huhns; fein Gefieder iſt ſchwaͤrz, gruͤn. glaͤnzend, und faſt eben fo ſpielend wie bey der Steinkraͤhe, von welcher wir im vorigen Abſchnitte (S. 3.) geredet haben; auch hat er ſo wie dieſe letztere einen ro⸗ then Schnabel und rothe Fuͤße. Allein es hat derſelbe einen laͤngern und duͤnnern Schnabel, womit er in die Felſen- oder Erdritzen und in die Locher der Baͤume und

Mauern

*) Es iſt dieſes der Coruus ſyluaticus des Gesners pag. 351. der Coracia criſtata des Briſſon Tom. II. pag. 6. In Zuͤrich wird er Scheller, Waldrabe, Steinrabe, und in Bayern und in der Steyermark Clauß rabe genannt. Ital. Corvo ſpilato. Pol⸗ niſch Kruk- leſny, Nocny. Engl. Wood-

crow from Switzerland, Albin. III. pag. 16.

tab. 16.

1) Coruus Eremita, vireſcens, capite flaueſcente, eceipite ſubcriſtato, roſtro pe-

dibusque rubris, Linn. Syſt. Nat. edit. XII. pag. 189. n. 19. edit. X. pag. 18. „. 3. Der Eremit, Muͤller, ileberf. des Linn. Syſt. Theil 2. S. 181. Upupa montane,ter Waldhoff, Waldrapp, Steinrapp, Schweizereinſted⸗ ler, Bergeinſiedler, Klein Hiſt. der Voͤgel durch Reyger S. 114. PHalucrucurdæ, Aldrov. Orn. 3. pag. 267. 270. er Juhnſtun tab. 47. Coruus alpinus, Schvvench f. Rzacz, Argnata [yluatica nigra, Barr. **) Le Sonmeurn, Scheller oder Gloͤckner.

Upupa Eremita, Sylt, Nat.

Der gehaͤubte Coracias. 9 * 1 . 225 7 N N 7 * Mauern langen kann, um Wuͤrmer und Inſekten, die ſeine liebſte Nahrung ſind, herauszuholen. In feinem Magen hat man Stuͤcken von Maulwurfsgryllen gefun⸗ den; auch frißt er Kaͤferlarven, und wird dadurch dem Landmanne nuͤtzlich, daß er dleſe ſchaͤdlichen Inſekten verfolgt ). a Die Scheitelfedern ſeines Kopfs ſind laͤnger als die uͤbrigen; ſie bilden bey ihm eine Art von Kuppe, die hinterwaͤrts hinabhaͤngt. Allein dieſe Kuppe ſprießet erſt bey den erwachſenen Voͤgeln hervor, und faͤllt bey den Alten wieder aus. Aus dieſer Urſache hat man ohnſtreitig in gewiſſen Gegenden dieſen Voͤgeln den Namen der Saul Raben (Corbeaux chauves) beygeleget. Auch werden ſie von einigen chriftſtellern als Voͤgel beſchrieben, welche einen gelben mit rothen Flecken beſpreng⸗ ten Kopf haben; es ſcheint aber dieſes die Farbe der Haut zu ſeyn, aus der die Federn des Alters wegen ausgefallen ſind. Es unterſcheidet ihn aber nicht allein dieſe Kuppe, um derentwillen man ihm auch den Namen Bergwiedehopf (Huppe de moutague) *) gegeben hat, von der Steinkraͤhe oder dem Coracias, ſondern er hat auch noch außerdem einen duͤnnern und laͤngern Hals, einen kleinern Kopf, einen kuͤrzern Schwanz, u. ſ. w. ). Ueberdieſes iſt er allemal als ein Zugvogel bekannt, da im Gegentheil der Coracias nur in gewiſſen Laͤndern und unter befondern oben erwaͤhnten Umſtaͤnden den Namen eines Zugvogels verdienet. Gesner hat daher dieſer ſo un⸗ gleichen Charaktere wegen zwey verſchiedene Arten aus dieſen beyden Voͤgeln ge⸗ macht, und ich habe mich berechtiget gehalten, durch verſchiedene Namen dieſelben von einander zu unterſcheiden. 90 ug j V Dieſe Voͤgel haben einen ſehr hohen Flug, und ziehen faſt jederzeit heerden⸗ weiſe *); fie ſuchen oft ihr Futter auf Wieſen oder in ſumpfigten Gegenden, und bauen ihr Neſt allemal hoch auf alte oͤde Thuͤrme oder in die Ritzen ſteiler und uner⸗ ſteiglicher Felſen, gleich als ob fie wüßten, daß ihre Jungen ein ſehr gutes Gericht find, und ſolche daher für die Nachſtellungen der Menſchen in Sicherheit bringen wollten. Es giebt aber doch viele Leute, die Muth und Verwegenheit genug haben, ihr Leben aus niedriger Gewinnſucht in Gefahr zu ſetzen, und die um dieſe Voͤgel auszunehmen, ſich entſchließen, an einem oben an der Höhe des Fel⸗ 5 ſen

2) Er lebt auch von kleinen Fiſchen, jun⸗ gen Fröfchen und Heuſchrecken: ſiehe Klein am angefuͤhrten Orte. 2 A. d. Ueberſ.

*) Klein Ordo auium pag. 11. num. XVI. Ueberſetz. durch Reyger S. 114. 3) Seine Fuͤße ſind braun. Klein am angeführten Orte. A. des Ueberſ.

Hüffons Voͤgel V. B.

*) Ich weis ſehr wohl, daß Klein den gehaͤubten Coracias nicht zu den Voͤgeln zaͤh⸗ let, welche haufenweiſe fliegen, allein die⸗ ſes iſt wider das ausdruͤckliche Zeugnis des Gesners, welcher der einzige Schriftſteller zu ſeyn ſcheint, der eigne Beobachtungen von dieſem Vogel vortraͤgt; denn Klein hat alles uͤbrige von Gesnern entlehnt, ohne es zu wiſſen, da er dem Albin nachge⸗ ſchrieben hat.

B

10 Hiſtorie der Natur.

ſen d Seile ‚fü ich an den Ort des Neſtes herabzulaſſen, und, i ie auf dieſe Art über den Abgründen hängen, „einen ſehr ſchlechten, eech mit e &, fahr verfnäpften Gewinn zu ſuchen.

Das Weibchen legt zu jeder Brut zwey oder dren Eber und diejenigen, die den Alten ihre Jungen rauben, laſſen gemeiniglich ein Junges in jedem Neſte, um ſich in dem kuͤnftigen Jahre der Wiederkunft dieſer Voͤgel zu verſichern. Zu. der Zeit, wenn ihnen ihre Brut entriſſen wird, ſchreyen die Alten Ka⸗ka, Käͤ⸗ ka, ſonſt laſſen ſie ihre Stimme ſelten erfehallen. Die Jungen laſſen ſich leicht zahm machen, und dieſes um deſto leichter, je d fie beym Ausnehmen, und je weniger ſie zu fliegen im Stande waren.

Sie kommen im Canton Zürich zu Anfange des Aprils, zugleich mit den Stoͤrchen an; man ſtellet ihren Jungen um Pfingſten nach, und fie ziehen ſchon im Julius, vor allen andern Voͤgeln, wieder von dannen ). Ich ſehe gar e ein, warum Barrere eine Art von Brachvoͤgeln (Conrlis) ) daraus macht.

Ihr Aufenthalt ift: auf den Alpen, auf den hohen Bergen in Italien, in Steyermark, in der Schweiz, Bayern, und auf den hohen Klippen an der Donau bey Paſſau und Kelheim. Um ihren Verfolgern zu entgehen, flies hen ſie in gut verſteckte Kluͤfte zwiſchen den Felſen, und in dieſem Betracht hat man ihnen den Namen Klaußraben 5 des gorges) beyge⸗ leget.

% Gesner de Auibus, pag. 35t.

4) Numenius des e Tantalus nach dem Eibe. A. d. leber

Der

—— nn mn. 7

Der Rabe (Le Corbeau). »

Der Rabe.

11

FFT

Siehe die 49fſte illuminirte *) und unfere zwote Kupfertafel.

Abgleich die Nomenclatoren vielen Voͤgeln den Namen des Raben beygeleget haben,

) als z. B. den Kraͤhen, Dohlen, dem Coracias u. ſ. w. fo will ich doch hier die Bedeutung dieſes Worts einſchraͤnken, und ſolche einzig und allein der Art

des großen Raben, dem Coruns der Alten, zueignen, da derſelbe von den beſagten Voͤgeln durch feine Größe *), Sitten und Naturtriebe hinreichend genug verſchieden iſt, um ihm eine beſondere Benennung zu geben, und vor die Erhaltung ſeines alten

Namens beſorgt zu ſeyn. f

) Es iſt dieſes der Cornus des Briſſons, Tom. II. pag. 6. Griech. Kogag. Latein. Coruus. Spaniſch Cuervo. Ital. Corvo. Deutſch Rabe, Rave, Kohlrave. Engl. Raven. Schwediſch Korp. Poln. Kruk. Hebraͤiſch Oreb Arab. Gerabib. Per; ſiſch Calık, Alt Franzsſiſch Corbin; in Guienne Eſcorbeau; die > Raben wer: den Corbillats und Corbillard genennt; und durch das Wort Corbiner druckte man ſonſt das Schreyen der Raben und Kraͤhen aus, nach Cotgrave. Siehe auch Salerne pag. 85. Vergleicht man die dieſem Vo⸗ gel in den neuern Sprachen beygelegten Na⸗ men, ſo wird man finden, daß ſolche ganz offenbar aus den alten Sprachen herſtammen und mehr oder weniger Aehnlichkeit mit dem Geſchrey dieſes Vogels haben. Es verdient hier angemerkt zu werden, daß die Reiſen⸗ den einem amerikaniſchen Vogel, den wir unter das Geyergeſchlecht gerechnet haben, den Namen Rabe oft, jedoch ſehr unſchick⸗ lich, gegeben haben. Siehe Hiftoire des Oifeaux Tom. I. pag. 204. und in unferer Ueberſetzung Theil 1. S. 145. i

1) Coruns Corax, ater, dorſo atro- caeru- leſeente cauda ſubrotunda Linn. Fn. Suec. 85 Sylt. Nat. edit XII. pag. 155. n. 2. Müller Prodrom. 86. Brän. 27. Otbo Fabricius

B 2 Der Faun. Groenland. pag. 62. Der Kolk⸗ rabe, Muller Ueberſ des Linn. Syſt. S. 168. Der größte Rabe, Coruus maximns, Crainiſch, Velch Oru, Scopoli durch

Günther S. 29. Coruus, Fonfl. au. 38.

tab. XVI. Gemeiner Rabe, großer Galgen⸗ vogel, Klein Hiſt. der Voͤgel durch Reyger ©. 57. n. 1. Kolk, oder Goldrabe, Sriſch Voͤgel Deutſchlands, die 63ſte Kupfertafel. Corbeau ſolitaire, Anderf' The Ra- ven, Pennant Britiſh Zool. Vol. I. pag. 218. n. 74. Der Aasrabe, Zorn Petinotheo- logie Th. 2 S. 261. Bollaͤndiſch Raaf, Daͤniſch Riun. Kuſſiſch Woron. Groͤn⸗ Tänd. Tullugak, zuweilen auch Kernektok, und die Jungen heißen Tullukak. A. d. Ueberſ.

**) Die Zeichnung dieſer Kupfertafel iſt nach einem Subjekt verferriget worden, def fen Gefieder mehr braun als ſchwarz war, und das einen ſtaͤrkern und erhabnern Schna⸗ bel hatte, als der auf der 405ſten illuminir⸗ ten Kupfertafel abgebildete Vogel.

a) Der Rabe hat die Größe eines mitt⸗ lern Haushahns, und wiegt vier und dreyßig bis fuͤnf und dreyßig Unzen ſchwer. In Rüͤckſicht auf feine Maſſe iſt er folglich drey Kraͤhen und zwey Saatkraͤhen gleich zu ſchaͤtzen.

72 Hiſtorie der Natur.

Der Rabe iſt von je her ein beruͤchtigter Vogel geweſen; dieſer Ruf aber iſt noch weit ſchlimmer, als allgemeiner. Und dieſes vielleicht ſelbſt deswegen, weil man ihn mit andern Voͤgeln verwechſelt, und ihm alle ſchlimme Eigenſchaf⸗ ten vieler andern Arten aufgebuͤrdet hat. Er ik jederzeit für den grringſten unter den Raubvoͤgeln gehalten, und als ein ſchlechtes und niedriges Thier angeſehen wors den. Angefaulte Körper und ſtinkende Aeſer find, wie man ſagt, feine Hauptnah⸗ rung. Bemaͤchtiget er ſich ja lebender Thiere, ſo find dieſes kraftloſe oder nutzbare Geſchoͤpfe, als kaͤmmer ), junge Haſen u. d. g.). Man behauptet ſogar, daß er zuweilen große Thiere mit Vortheil anfalle, und durch Liſt und Behendigkeit de Mangel an Stärfe zu erſetzen wiſſe, und daß er ſich auf den Ruͤcken der Baff. ochſen feſt anhaͤnge, und ſolche lebendig zerfleiſche, nachdem er ihnen zuvor die Au⸗ gen ausgehackt hat *); eine Grauſamkeit, die daduech noch verabſcheuungswuͤrdl⸗ ger wird, daß fie nicht etwan die Wirkung einer Nothwendigkeit, ſendern einer vor⸗ zuͤglichen Begierde gegen Fleiſch und Blut iſt, weil er von allen Früchten, Koͤr⸗

nern, Inſekten, und ſelbſt todten Fiſchen leben kann );

2) Auf den islaͤndiſchen Klippen niſten ſehr viele Raben, die ſich ſehr ſtark vermeh⸗ ven. Sie ſind daſelbſt beſonders den jungen Laͤmmern gefaͤhrlich, denen fie, ehe man es vermuthet, die Augen aushacken. Der Na⸗ be verjagt daſelbſt den Eidervogel (Anas molliſſima) auß dem Neſte, und faͤuft die Eyer deſſelben aus Auch die Pferde ſoll er auf dem Felde anfallen. Er verzehrt ſogar ſeine eignen Eyer, und ſelbſt die Jungen, wenn ſelbige aus dem Neſte fallen, oder ſonſt beſchaͤdiget werden. Gegen den Win⸗ ter halten ſich ihrer zwey, ſechſe, achte und mehrere zu jedem Hauſe, und verbleiben den ganzen Winter über daſelbſt. Siehe Olafſens und Povelſons Reiſe durch Island, Kop⸗ penh, und Leipz. 4. Seite 34.

U- d. Ueberf.

*) Aldrovand. Ornicholog, Tom, L p. 702. In der Praité de la Pipée wird bie Jagd zweer Naben auf einen Hafen er⸗ zählet, die einander zu verſtehen